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"WIR MÜSSEN UNSEREN VORSTELLUNGEN
VON QUALITÄT VERPFLICHTET BLEIBEN"

Wie wird der Esprix von der Schweizer Wirtschaft bewertet? Wo liegen die Stärken dieses Qualitätsförderungspreises? Der PUNKT sprach mit der Präsidentin des Stiftungsrates Esprix, Ständerätin Vreni Spoerry.

Frau Spoerry, weshalb engagieren Sie sich für Esprix?
Die Stiftung Esprix kann dank grossem Einsatz von namhaften Sponsoren und unter Mithilfe von qualifizierten Assessoren auch in der Schweiz einen Qualitätspreis für Business Excellence verleihen. Die Schweiz war lange Zeit fast ein Synonym für Qualität und hat mit ihren hochstehenden Leistungen unserer Bevölkerung eine hohe Lebensqualität erarbeitet. Heute haben wir dank weltweitem Wettbewerb einen Käufermarkt, die Konkurrenz hat in vielen Belangen aufgeholt, und der rasche Wandel erlaubt nicht mehr, erst aus eigenen Fehlern zu lernen. Wollen wir die schweizerische Spitzenstellung behalten, müssen wir Business Excellence mit Hilfe von neuen Führungs- und Bewertungsmodellen erreichen und darauf unseren weiteren Erfolg aufbauen. Das Ziel von Esprix ist es, mitzuhelfen, die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen in einem tiefgreifend veränderten Umfeld zu erhalten und zu stärken. Für dieses wichtige Ziel lohnt sich der Einsatz.

Was würden Sie jemandem sagen, der behauptet, Business Excellence im Sinne des Esprix und der European Foundation for Quality Management sei etwas für Grossbetriebe und nicht für kleine Firmen mit einem guten Dutzend Mitarbeitern?
Ich würde daran erinnern, dass die Schweiz zwar stolz auf ihre internationalen Flaggschiffe ist, und diese auch braucht, dass aber die KMU das Rückgrat unserer Wirtschaft sind und das Qualitätsverständnis im In- und Ausland massgeblich prägen. In jeder Firma, ob gross oder klein, hängt heute der langfristige Erfolg von der Unternehmensqualität ab, und dies in jeder Beziehung. Auch Fehler werden heute viel schneller bestraft.

Inwieweit kann oder muss Business Excellence auch Human Excellence beinhalten, also eine von Geld losgelöste Wertung?
Es ist ein wichtiger Punkt, warum mir der Qualitätspreis für Business Excellence gefällt. Dieser Preis umfasst nicht nur pekuniäre Bewertungen. Er geht weit über das Shareholderdenken hinaus und wird nur verliehen, wenn alle Stakeholder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten die Firmenleistung als gut beurteilen. Und auch das Engagement einer Unternehmung gegenüber der Allgemeinheit kann ein Beurteilungskriterium sein.

Glauben Sie, dass in Zukunft z.B. die öffentliche Hand oder Grossunternehmen bei ihren Qualifikationen darauf achten werden, ob eine KMU das EFQM-Modell anwendet?
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dies zwar nicht unbedingt als Voraussetzung deklariert wird, aber beim Entscheid allenfalls zum Zünglein an der Waage werden könnte. Und sicher bin ich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Firma, welche das Business-Excellence-Modell umsetzt, als attraktiv beurteilen, weil sie wissen, dass diese Unternehmung einer langfristigen und nachhaltigen Politik verpflichtet ist. Im härter werdenden Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte kann dies zu einem wichtigen Trumpf werden.

Was wünschen Sie sich von den Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmern? Wo liegen die Schwerpunkte?
Ich wünsche mir einerseits, dass sie - bei aller Aufgeschlossenheit für das Neue und bei aller Lust auf Veränderungen - den guten schweizerischen Vorstellungen von Qualität verpflichtet bleiben. Hier liegt auch ihre Hauptaufgabe und Verantwortung. Aber andererseits möchte ich auch, dass sie sich nicht nur um das Wohl ihrer Unternehmung, sondern auch um die Gemeinschaft kümmern und damit einen Grundwert der Schweiz für die Zukunft sichern.

Quelle: Auszug aus PUNKT, mit freundlicher Genehmigung der Firma Hunziker + Co, Winterthur, April 2000

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