Dominic, die Schweiz bereitet sich auf grosse Gesundheitsprojekte vor. Wie bewegt das den Reha-Markt?

Der Reha-Markt boomt ungebrochen und unsere Reha-Kliniken bleiben mit ihrem exzellenten Renommée auch international ein Aushängeschild unseres Landes. Doch was andere Branchen längst umgesetzt haben, zieht jetzt ins Gesundheitswesen ein: digitale Prozesse, vernetzte Systeme und smarte Lösungen. Nur wer voll digitalisiert ist, wird marktrelevant bleiben: „Survival of the digital fittest“ sozusagen. Das bedeutet, dass wir unsere Reha-Kunden so aufstellen, dass sie bereit sind für technologische Entwicklungen der Zukunft, für Innovationen und die steigenden Anforderungen von Patient*innen. Zugleich sichert das die Behandlungsqualität und lässt Kosten besser abfedern.

Wie kann die Digitalisierung den sich verändernden Reha-Markt unterstützen?

Die gute Nachricht: Der Reha müssen wir gar nicht erzählen, wie wichtig eine einrichtungsübergreifende und prozessuale Denke ist. Sie bringt das mit.

Doch müssen wir – nicht nur im Zuge von Fusionen – Strukturen und Prozesse prüfen und verändern. Das betrifft auch die Anpassung der IT-Systeme. Grundsätzlich wird eine externe Vernetzung immer wichtiger, um die Fachexpertise verschiedener Standorte koordinieren zu können. Digitale Lösungen müssen weiterhin wichtige diagnostische, therapeutische und administrative Prozesse abbilden, relevante Daten für alle berechtigten Personen zur Verfügung stellen und ganzheitlich interdisziplinäre Zusammenarbeit erleichtern. Über Einrichtungsgrenzen hinweg.

Durch unsere technologischen Möglichkeiten werden die Berufsgruppen in der Dokumentation immer effizienter. Wir integrieren, wo immer sinnvoll, auch KI. Beispielsweise bei der automatischen Transkription, Zusammenfassung und Strukturierung von Arzt-Patienten-Gesprächen in Echtzeit, was auch immens spannend für die Protokollierung von Teamgesprächen sein kann. Oder auch Medical Summaries, wirklich smarte Zusammenfassungen von Epikrise, Verlauf oder Medikation eines Patienten bzw. einer Patientin.

Egal ob Frühreha, Spezialreha, ob Rehazentrum oder Spital – Lösungen sind da und entwickeln sich mit den Anforderungen.

Der durchschnittliche Digitalisierungsgrad von Schweizer Gesundheitsinstitutionen im Allgemeinen beträgt 44 %. Wie kann der nach oben getrieben werden?

Der Bedarf an Digitalisierung ist ja lange bekannt. Wir merken immer wieder, dass ein Spital oder ein Reha-Zentrum schneller digitalisiert, wenn das Management proaktiver Treiber ist und das Fachpersonal entsprechend unterstützt. Digitalisierung bedeutet Mut zur Veränderung. Das Management muss begeistern, und zwar langfristig! Je mehr Technologieoffenheit und Innovationsfreude vorhanden sind, desto besser. Fakt ist: So viele spannende Technologiethemen beherrschen gerade den Gesundheitsmarkt, dass die Motivation der Einrichtungen hoch ist, sich damit zu beschäftigen.

Zu diesen Themen zählen KI, CDR bzw. OpenEHR – inwiefern tangieren sie die Reha?

Manche Einrichtungen meinen, sich in einem Bermuda-Dreieck zwischen Standardisierung und medizinisch nötiger Individualisierung zu befinden. Modulare IT-Architekturen, Customizing-Optionen und die Chancen unserer neuen technologischen Entwicklungen lösen dieses Dilemma.

Wir setzen etwa auf KI zur Organisations- und Dokumentationsunterstützung, wie am Beispiel des Arzt-Patienten-Gesprächs erklärt. Mit Blick auf die Arbeitsprozesse wird sie sicherlich dazu beitragen, dass vieles schneller und in einer hohen Qualität erfolgt.

Im Kontext von openEHR ist vor allem der fachliche Content relevant, da hier gute Konzepte von internationalen Experten entwickelt wurden. Für bestimmte Use Cases sowie Kundenkonstellationen, z. B. Träger mit mehreren KIS-Systemen und regionalem Fokus, können CDR einen Mehrwert schaffen. Sofern die Strategie des Kunden es also vorsieht, Datensilos aufzubrechen und eine zentrale Datenbasis zu schafften, begleiten wir die Installation eines Clinical Data Repositories. Mit M-KIS als datenführendem System bieten wir die standardisierte Erfassung strukturierter Daten. So lassen sich individuelle Anforderungen umsetzen und der reibungslose Datenaustausch in Versorgungsnetzen unterstützen.

Auch in Zukunft digitalisieren wir die Reha state-of-the-art für eine wettbewerbsfähige, patientenorientierte, interprofessionelle Versorgung.

Was macht Meierhofer zum passenden Lösungsanbieter für die Reha in der Schweiz?

Weil wir, wie oben besprochen, eine Strategie verfolgen, die unsere Lösungen innovativ und investitionssicher halten. Mit unserem Modul M-KIS Komplexbehandlung bilden wir den Komplexbehandlungsprozess von der Anmeldung bis zur automatischen OPS-Ableitung digital ab. Die Lösung hat einen hohen Standardisierungsgrad und unterstützt die flüssige Zusammenarbeit und Koordination der verschiedenen Teams in der Reha. Wichtig: Die MD-sichere Dokumentation und Visualisierung von Dokumentationslücken macht die Lösung attraktiv für die Abrechnung, da sie tendenziell eine höherwertige DRG generiert und damit höhere Erlöse als bei einer Nicht-Anerkennung durch den Medizinischen Dienst.

Perspektivisch können wir mit M-KIS Komplexbehandlung den gesamten Reha-Prozess steuern.

Wie bereiten wir uns und unsere Kunden auf TARDOC vor?

Wir legen unseren Kunden nahe, TARDOC systemübergreifend zu betrachten und frühzeitig die Strategien der Hersteller mit ihren eigenen abzugleichen. Dadurch dass wir als Meierhofer Schweiz AG in den unterschiedlichen Gremien sitzen und die Entwicklungen verfolgen, sind wir hier – auch konzeptionell – bereits sehr gut vorbereitet.

FAZIT

Mit unseren Lösungen erfüllen wir in der gesamten DACH-Region hohe Workflow-Anforderungen von Rehabilitationszentren, Unfall- und Akut-Kliniken im administrativen, ärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Kontext. Wir ermöglichen mit M-KIS eine umfassende Prozesssteuerung und Dokumentation auch bei langwierigen Nachbehandlungen.