Im Papiersaal der alten Züricher Sihlpapierfabrik vereinigten sich am 20. März 2025 im wahrsten Sinne des Wortes die Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft. Bei unserem Meierhofer 360°-Event erlebten unsere Schweizer Kunden und Interessenten einen Rundumblick auf erfolgreiche Projekte, die aktuelle Unternehmensstrategie, unsere Produktvision sowie auf  Themen, die den Healthcare-IT-Markt bewegen, wie TARDOC und KI.

Bewegung gibt es momentan viel in Politik und Wirtschaft. Wir gestalten den Markt aktiv mit. Als Softwareanbieter optimieren wir mit unseren Lösungen die Prozesse in Spitälern, damit sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Diese Botschaft gab Michaela Kainsner, Geschäftsführerin der Meierhofer Schweiz AG, gleich zur Begrüßung den Zuhörer*innen mit. Durch DigiSanté werden Investitionen in die Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens weiter vorangetrieben. Für die Einführung des EPDs nutzen wir unsere Erfahrungen aus ähnlichen Großprojekten wie der ePA in Deutschland und der ELGA in Österreich. Wie auch dort ist die Einführung des EPD ein IT-Projekt mit technischen, prozessualen und auch gesellschaftlichen Hürden. Dabei ist es notwendig, sowohl die Gesellschaft mit einzubeziehen als auch die Prozesse anzupassen, um größtmögliche Effekte zu erzielen. Wichtig sind dabei der Fokus auf strukturierte Daten und die Unterstützung von Standards wie FHIR, um Daten bestmöglich für die Forschung verfügbar zu machen.

Wir sind bereit für TARDOC

Bezüglich TARDOC herrscht noch viel Unsicherheit bei den Spitälern. Am 1. Januar 2026 soll das neue Tarifwerk für ambulante ärztliche Leistungen in Kraft treten und das veraltete, reformbedürftige TARMED ablösen, sofern der Bundesrat zustimmt. TARDOC gilt schon jetzt als Game-Changer, das Fehlanreize vermeiden und das vorherige System durch ein sachgerechtes, pauschalenbasiertes Regelwerk ersetzen soll.

Unsere Kunden können mit TARDOC starten, sobald es losgeht: In einem separaten Vortrag präsentierten wir die ersten Umsetzungen in unserem Klinikinformationssystem M-KIS für die Schweiz. Dazu gehören unter anderem die rasche Leistungserfassung mit neuer Validierungsmaske sowie die automatische Leistungsausleitung aus FAP, OP und Pflege. Darüber hinaus wirken wir als einziger KIS-Hersteller in der H+-Arbeitsgruppe für Softwareanwendungen mit und erarbeiten entsprechende Empfehlungen für die Implementierung der Regelwerke im Rahmen von TARDOC.

Customer Success Teams: geballter Service für die Schweiz

Vom Vertrieb bis zum Betrieb alles aus einer Hand – das bieten wir durch die Customer Success Teams. Bei Meierhofer 360° in Zürich hatten nun die Teilnehmenden die Gelegenheit, Nadine Rüegg als Leader des Customer Success Teams für die Schweiz persönlich vor Ort zu treffen. Mit der Neuausrichtung lösen wir interne Bereichsgrenzen auf, arbeiten effizienter und fokussieren uns besser auf unsere Kunden und deren Bedürfnisse. Durch die kundenzentrierte Aufstellung unseres Supports geben wir für jede Projektsituation die richtige Antwort. Das Versprechen an unsere Kunden: feste Ansprechpersonen für ihr Anliegen, ein konstantes Team, das die Systeme perfekt kennt, ein besseres Verständnis für ihre Bedürfnisse und Anliegen, einen nahtlosen Übergang vom Projekt zum Support, eine höhere Qualität der Problemlösungen sowie schnellere Lösungs- und Reaktionszeiten.

Managed Services für die Schweiz: Gemeinsam mit der HINT AG

Ob Managed Services, entlastende Leistungserfassung in der Pflege oder beim Einsatz von KI – wir setzen auf starke Partner, um unseren Kunden die besten Lösungen für ihre Prozesse zu bieten. Unser Portfolio rund um Managed Services hat mit der HINT AG neuen Auftrieb erhalten. Im Vortrag von Sebastian Molch, Bereichsleiter Central Customer Service und Marco Zumsteg von der HINT AG ging es deshalb um das gemeinsame Leistungsportfolio.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der auf den Schweizer Gesundheitsmarkt spezialisierten HINT AG kombinieren wir unser tiefgehendes Produkt-Know-how mit der langjährigen Betriebs- und Rechenzentrumserfahrung von HINT. Dies ermöglicht eine passgenaue Betreuung, die auf die Bedürfnisse von Schweizer Spitälern zugeschnitten ist.

Gemeinsam bieten wir alles aus einer Hand: Unser Portfolio umfasst Servicedesk 1st, Anwendungsbetreuung 2nd und Herstellersupport 3rd Level Betreuung. Ein funktionierendes KIS erfordert ein starkes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Support-Stufen. Genau das stellen wir mit unserer Partnerschaft sicher. Ganz vorne steht der Service Desk, der als erste Anlaufstelle für die Endanwender dient. Hier werden Anfragen aufgenommen, klassifiziert und weitergeleitet. Sobald es um konkrete Systemanpassungen, Konfigurationen oder tiefergehende Problemlösungen geht, kommt das Team der HINT AG ins Spiel. Die Expert*innen sind für Meierhofer-Produkte zertifiziert und kümmern sich unter anderem um Incident-Management, Release- und Change-Management. Damit entlasten wir die internen IT-Teams der Spitäler und sorgen für einen stabilen Betrieb.

Für den flexiblen, technischen Betrieb der M-KIS Umgebung bieten wir zwei maßgeschneiderte Betriebsmodelle: Den technischen Betrieb einzelner oder aller M-KIS Komponenten (inklusive Kubernetes-Umgebungen) direkt in der Krankenhausinfrastruktur oder im zertifizierten HINT-Rechenzentrum – mit höchsten Standards für Datenschutz und Ausfallsicherheit.

Updates ohne Ausfallzeiten: Die positiven Folgen unserer Architekturvision

Die technologischen Fortschritte aus der Industrie in die Spitäler zu bringen und damit einen effektiven Beitrag für die Digitalisierung der Versorgungsprozesse zu leisten – das ist die Mission von Steffen Bergmann, Bereichsleiter Produktentwicklung. Vor zwei Jahren haben wir die Architekturvision von M-KIS überarbeitet. Wichtig sind uns dabei folgende Aspekte: Zukunftssicherheit, Skalierbarkeit, Informationssicherheit und damit die erhöhte Zufriedenheit unserer Kunden.

Die Zukunft des Betriebs liegt für uns in der Cloud:  Alle neu entwickelten Module, wie beispielsweise das Patientenmanagement, die Medikation und die Abrechnung sind bereit für den Cloud-Betrieb.  M-KIS verändert sich von einem technisch monolithischen System zu einem verteilten System. Damit bringen wir moderne IT- Lösungen und die damit verbundenen Vorteile zu den Krankenhäusern.

Container und Kubernetes bringen mehr Flexibilität und Modularität, Stabilität und Sicherheit durch automatische Updates. Sie ermöglichen einen 90 Prozent schnellere Roll-out von Anwendungen und eine 99,99 prozentige Systemverfügbarkeit sowie reduzierte Betriebskosten um 30 Prozent.

Die Kunden entscheiden selbst, was sie in der Cloud betrieben haben wollen, betonte Steffen Bergmann. Wir unterstützen bei allen Szenarien und geben Spitälern gerne individuelle Empfehlungen: von On-Premises zu managed On-Premises zum Hybridbetrieb.

KI für eine bessere Gesundheitsversorgung

KI ist im Gesundheitssektor angekommen. Sie wird dort in Zukunft immer mehr Klinikmitarbeitende entlasten. Dr.med. Daniela Hütwohl vom Uniklinikum Bochum machte an Digital-Sepsis-Twins und anderen Beispielen deutlich, wie KI bei der patientenindividuellen Behandlung unterstützt. Der digitale Zwilling zeigt anhand der systemmedizinischen Muster, welche Therapie bei dem Patienten hilfreich sein könnten. Denn kein Mensch ist wie jeder andere. Dr. Daniela Hütwohl betonte, dass der menschliche Organismus ein nicht lineares komplexes Mosaik bestehend aus unzähligen Puzzleteilen ist. Sie verhalten sich nicht statisch, sondern setzen sich dynamisch neu zusammen und werden durch Einflüsse wie Umwelt, Ernährung, Stress, Alter, Vorerkrankungen Medikation, Erbgut und Prägung geprägt.

Die heutige evidenzbasierte Medizin berücksichtigt diese Individualität und vor allem die Dynamik kaum. Sie zielt auf Durchschnittspatient*innen ab, die die Mehrheit einer Population repräsentieren, aber die Ränder der Gaußschen-Verteilungskurve nicht berücksichtigen. Das erklärt, warum Standardtherapien bei einigen Patient*innen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen. Genau hier liegen aber die Kostentreiber des Gesundheitssystems. KI-generierte digitale Zwillinge machen es möglich, Krankheitsverläufe besser vorauszusagen und unterschiedliche Therapieoptionen als Entscheidungsunterstützung zu nutzen mit dem Ziel, eine individualisierte Therapie anbieten zu können.

KI als Erleichterung bei der Dokumentationsarbeit

Wie KI auch im täglichen Klinikalltag bei der Dokumentationsarbeit eingesetzt und dort das Personal unterstützt, darum ging in einem weiteren Vortrag. Wir setzen folgende Anwendungsfälle schon heute mit Hilfe von Partnern um:

  • Gesprächsdokumentation: Zeit sparen durch strukturierte Aufbereitung der Dokumentation des Arzt-Patienten-Gesprächs einschließlich einzelner strukturierter Informationen (ICD-kodierte Diagnosen, ATC-kodierte Medikamente),
  • Rechercheunterstützung in Frage-Antwort-Form,
  • Medical Summary: Zusammenfassung von Patienteninformationen (aus Patientenakten, Entlassbriefen).

Pflegeprozess und Leistungserfassung mit tacs 3

Die Pflegedokumentation ist sehr aufwendig. Cyrill Hutter von der Rodix AG zeigte in seinem Vortrag, wie durch die Integration des Produkts „tacs“ in M-KIS die Leistungserfassung einfacher geht. Mit einer intuitiven Erfassungsmaske, einem beschleunigten Erfassungsprozess und einer Überarbeitung des gesamten tacs-Maßnahmenkatalogs nach ISO-Norm 18104 sowie einer Verknüpfung der tacs-Maßnahmen zu SNOMED-CT hat Rodix seine Lösung überarbeitet und noch besser gemacht. In M-KIS steht ein Katalog an evidenzbasierten tacs-Maßnahmen den Anwender*innen zur Verfügung. Alle Dokumentationsinhalte sind detailliert auswertbar. Auch was nicht dokumentationsrelevant, aber trotzdem zeitaufwendig ist, kann in tacs 3 erfasst werden. Besonders praktisch: Es gibt einen Regler für die Gruppenerfassung. Die gleichzeitige Erfassung mehrere Variablen ist ebenfalls möglich.

Networking beim Apéro

Mit einem Überblick über neue Funktionalitäten und geplante Weiterentwicklung in unserer Lösung für die Intensivmedizin ging der Tag zu Ende. Der anschließende Apéro bot eine gute Gelegenheit zum Netzwerken, Fragen stellen und um die Eindrücke nochmal in gemeinsamen Diskussionen Revue passieren zu lassen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für den interessanten Austausch, den Referent*innen für die informativen Vorträge und freuen uns auf ein Wiedersehen.